Einladung zu Thanksgiving 2020

Traditionell am letzten Donnerstag im November wird in den USA der überkonfessionelle Thanksgiving Day gefeiert – als allgemeines Friedens- und Erntedankfest, welches von den Pilgervätern 1621 nach der Ernte in der Kolonie Plymouth im heutigen US-Staat Massachusetts erstmalig begangen wurde. Auch auf dem alten Kontinent greift man diesen Brauch in Würdigung der Verbundenheit mit der „Neuen Welt“ – dieses Jahr im Corona-Modus – gerne auf. Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein veranstaltet ihre Feier am 26. November ab 18.30 Uhr im Siegener Hotel Pfeffermühle. Der Termin am letzten Donnerstag im November ist dabei ebenso bewusst traditionell gewählt wie die Speisefolge mit dem obligatorischen Truthahn, Preiselbeeren, Süßkartoffeln und Mais in Käserahm oder Currysoße gefolgt von Kürbiskuchen oder New York Cheese Cake zum Dessert.

Die Veranstaltung ist offen für Vereinsmitglieder und interessierte Gäste. Insbesondere
Siegerländer und Wittgensteiner, die persönliche Kontakte in die USA haben, seien es
Geschäftsbeziehungen, verwandtschaftliche oder freundschaftliche Verbindungen oder
Erinnerungen an einen Studien- oder Schulaufenthalt, sind herzlich eingeladen, der
stimmungsvollen Veranstaltung beizuwohnen.

Im Laufe des Abends soll maximal 50 Personen (es gelten die jeweiligen Hygiene- und
Registrierungsregelungen gemäß der Corona-Schutzverordnung) die Gelegenheit geboten werden, zum womöglich ersten Mal in diesem Jahr Freunde und Bekannte wiederzusehen und neue Kontakte zu Menschen, denen die transatlantische Idee ebenfalls wichtig ist, zu knüpfen. Bei einem kniffligen Ratespiel mit US-Bezug gibt es bei Geistesgegenwart und Schnelligkeit auch etwas zu gewinnen.

Die Teilnahme an der Feier kostet 19,00 € (Nichtmitglieder 25,00 €). Hierin ist die Teilnahme an der Feier und das Truthahn-Essen vom Büfett mit allen Beilagen und Nachtisch enthalten (Getränke exklusive).

Da die Platzkapazitäten begrenzt sind, ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Hier gilt das Prinzip „First come, first served“ – schnell sein lohnt sich also, um dabei zu sein.

Hier gehts direkt zur Anmeldung.

Facharbeitswettbewerb DAG SiWi 2020

Bereits zum 14. Mal zeichnete die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein e. V. Schülerfacharbeiten mit USA-bezogenem oder transatlantischem Inhalt aus. Die Arbeiten waren mit einer entsprechenden Empfehlung über die betreuenden Fachlehrer eingereicht worden. Die DAGSiWi verfolgt mit der Prämierung der Jahresarbeiten und dem transatlantischen Studierendenaustausch den satzungsgemäßen Zweck der gemeinnützigen Pflege und Vertiefung der menschlicher, kultureller und gesellschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und den USA.

Die Schülerfacharbeiten konnten aus dem Fach Englisch, aber auch mit Bezügen zu anderen Fächern z. B. Geschichte, Sozialkunde und Politik heraus entwickelt werden. Die Facharbeiten wurden mit einer entsprechenden Empfehlung über die betreuenden Fachlehrerinnen und -lehrer eingereicht.

In diesem Jahr wurden die Preise erstmalig aufgrund der Corona-Einschränkungen nicht im Rahmen einer Feierstunde, sondern direkt an den Schulen verliehen.

Der erste Preis ging an Amelie Catherine Flesch (Städtisches Gymnasium Bad Laasphe) für ihre sehr eigenständig recherchierte und formal herausragend gestaltete Untersuchung zu „Emigration from Wittgenstein to the United States in the 18th and 19th century“, die sich besonders durch sprachlichen Tiefgang auszeichnete. Forscher gehen heute davon aus, dass zwischen 1719 und 1819 über 12.500 Personen aus der Region Wittgenstein nach Nordamerika ausgewandert sind.

Städtisches Gymnasium Bad Laasphe
Foto: Betreuungslehrer Jörg Menzenbach und Amelie Flesch

Mit dem zweiten Preis wurde Daniel Johannes Sieler (Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium Neunkirchen) für seine Untersuchungen zu dem im Laufe der Geschichte immer wieder veränderten Begriff des amerikanischen Traums („The American Dream in the media – Different perspectives and development“) ausgezeichnet. Er betrachtete hier präzise sowohl politische Reden von der Spätphase der Kennedy-Ära bis 2016 als auch Songtexte von Rappern, die das Ideal des amerikanischen Traums mit ihrer eigenen Wirklichkeit schonungslos abgleichen.

Dietrich Bonhoeffer Gymnasium Neunkirchen
Foto: Schulleiter Werner Hücking, Daniel Sieler, Oberstufenkoordinatorin Michele Dederich, v. l. n. r.

Der dritte Preis ging an Paula Schlund (Gymnasium Am Löhrtor, Siegen) für ihre Arbeit mit dem Titel „The path to American Independence – a reason for the distinct national identity of U. S. Americans?“, in der sie die Wurzeln des ausgeprägten amerikanischen Nationalbewusstseins in den Befreiungskriegen (1775-1783) verortet und untersucht. Einen besonderen Aspekt ihrer Arbeit stellt die „Anti-Einwanderungspolitik“ Trumps dar, welche faktisch ein uramerikanisches Anliegen, das Streben nach Glück in einer jungen Nation, die die Fesseln der alten Welt hinter sich gelassen hat, marginalisiert hat.

Gymnasium am Löhrtor, Siegen
Foto: Betreuungslehrerin Jenny Hilgenberg, Paula Schlund, Schulleiter Dr. Reiner Berg, v. l. n. r.

Entgegen der sonst üblichen Gepflogenheiten hat sich die DAGSIWI dazu entschieden, aufgrund der Qualität einer weiteren eingereichten Arbeit 2020 einen vierten Preis zu verleihen. Freuen darf sich hier Celina-Chantal Schmidt (Clara-Schumann-Gesamtschule Kreuztal), die den Wahrheitsanspruch von Verschwörungstheorien anhand der Vielzahl der Erklärungsversuche zur Ermordung John F. Kennedys unter die Lupe nahm („John F. Kennedy’s death: Examining conspiracy theories and their claims to truth“). Insbesondere führte sie in ihrer Arbeit aus, inwieweit diverse Verschwörungstheorien Mordmotive in Kennedys politischen Zielen und seinem Kampf gegen Rassismus vermuten.

Clara-Schumann-Gesamtschule, Kreuztal
Foto: Betreuungslehrer und Oberstufenkoordinator Marco Schneider, Celina-Chantal Schmidt

Der Verein war 2007 der erste deutsch-amerikanische Club in Deutschland, der Schülerfacharbeiten prämierte. Mittlerweile sind weitere Gesellschaften diesem Beispiel gefolgt. Die jungen Preisträgerinnen und Preisträger wurden mit Geldpreisen bedacht und erhielten im Auftrag der DAGSIWI durch die sie betreuenden Fachlehrer die Siegerurkunden sowie ergänzende Buchpreise.

Absage Mitgliederversammlung 31.03.2020

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein e. V. stellt sich ihrer Verantwortung und sagt ihre für Dienstag, 31.03.2020, geplante Jahreshauptversammlung, um im Zusammenhang mit Covid 19 mitzuhelfen, die Dynamik der Verbreitung des Virus zu durchbrechen. Sobald es die Situation erlaubt, wird ein neuer Termin rechtzeitig bekanntgegeben. Wir hoffen, dass dann alle Mitglieder gesund an dem Nachholtermin teilnehmen können.

Thanksgiving in Siegen gefeiert

Traditionell am letzten Donnerstag im November wird in den USA der überkonfessionelle
„Thanksgiving Day“ gefeiert – als allgemeines Friedens- und Erntedankfest, welches von den Pilgervätern 1621 nach der ersten Ernte in der Kolonie Plymouth im heutigen US-Staat Massachusetts erstmalig begangen wurde. Auch im Kreis Siegen-Wittgenstein griff man Ende November 2019 diesen Brauch in Würdigung der Verbundenheit mit der „Neuen Welt“ wieder einmal auf. So feierte die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein (DAGSiWi e. V.) im Hotel Pfeffermühle mit gut fünfzig Vereinsmitgliedern und Gästen, denen die transatlantischen Beziehungen aus den unterschiedlichsten Gründen eine Herzensangelegenheit sind.

Volker Schüttenhelm, Präsident der Gesellschaft, begrüßte die Anwesenden im festlichen Ambiente des Spiegelsaales und warf in einem kurzen Rückblick auf das zu Ende gehende Jahr Schlaglichter auf die besonderen Ereignisse des Vereinslebens. Die gute Tradition des touristischen Betreuens der Nachfahren Siegerländer Einwanderer der Germanna-Foundation (Virginia) wurde auch in diesem Jahr fortgeführt. Schüttenhelm erinnerte an den Empfang der Amerikaner durch die aktuelle US-Konsulin Fiona Evans (Generalkonsulat Düsseldorf) am selben Ort, dem Restaurant Pfeffermühle,
im vergangenen Juni, welches zu als sehr positives „Meet and greet“-Ereignis im Gedächtnis vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer haftengeblieben war – nicht zuletzt durch die ausführliche TV-Berichterstattung im Rahmen der WDR-Lokalzeit Südwestfalen. Eine wunderbare Gelegenheit, den Amerikanern mit Siegerländer Wurzeln außerhalb des protokollarischen Settings zu begegnen, eröffnete die Barbecue-Party bei bestem Wetter in der Blau-Weiß-Grillhütte des Heimatvereins Niederdielfen. Den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen dieses deutsch-amerikanischen Sommerfestes beigetragen hatten, wurde nochmals ausdrücklich gedankt.

Auch die im April in der Städtischen Galerie Haus Seel veranstaltete Autorenlesung mit Heinrich Imhof zu seinen in Buchform veröffentlichten Recherchen zu den Schicksalen ausgewanderter Wittgensteiner in den Vereinigten Staaten rief Schüttenhelm noch einmal ins Gedächtnis. Nicht unerwähnt bleiben durfte die feierliche Prämierung der besten Jahresarbeiten der Stufe Q1 der Gymnasien im Kreisgebiet, welche nach einigen Jahren wieder im historischen Konventssaal des Stifts Keppel stattfinden konnte. Die Gewinnerin des 1. Preises, Leticia Marie Bork vom Gymnasium am Löhrtor (Siegen) fasste nochmal die Quintessenz ihrer Arbeit „Did the Dust Bowl of the 1930s contribute to the Great Depression?“ – die verheerenden Staubstürme von 1935-38 infolge der Rodung des Präriegrases in den Großen Ebenen Nordamerikas – für die Anwesenden in
der Pfeffermühle auf Englisch zusammen.

Ferner erinnerte Schüttenhelm daran, dass eine Abordnung des Vereins gemeinsam mit Mitgliedern der Gesellschaft für Sicherheitspolitik anlässlich der großen Kunstausstellung „Es war einmal in Amerika“ einen gemeinsamen Museumsbesuch im Wallraf-Richartz-Museum Fondation Corboud in Köln absolvierte, wo die Kunst Nordamerikas von der Zeit der Pilgerväter bis zur Farbfeldmalerei eines Kenneth Noland präsentiert wurde.

Nach einer kurzen Einführung in die Historie und die Brauchtumspflege rund um Thanksgiving durch den Pressewart des Vereins, Eike Jungheim, wurde der ofenfrische, obligatorische Truthahn von den versierten Küchenchefs des Hauses angeschnitten und unter allgemeinem Lob nebst den dazugehörigen Süßkartoffeln, Mais und diversen weiteren Beilagen und Soßen von der Festgesellschaft mit Genuss verzehrt.

Nach dem Essen rundete DAGSiWi-Mitglied Ferdi Heimel, assistiert von seiner Frau, das
Programm des Abends mit einem beeindruckenden Fotovortrag über den Death Valley National Park mit seinen berühmten, zerklüfteten Landschaften, vor allem am Zabriskie Point und am „Devil’s Golf Course“, ab.

Abschließend wurde noch darauf hingewiesen, dass die DAGSiWi 2019 wieder den Siegener Full House Jazz (01.12.) im KrönchenCenter als Sponsor unterstützte.

Thanksgiving Day 2019 in Siegen

Bald ist es wieder soweit: Traditionell am letzten Donnerstag im November wird nicht nur in den USA der überkonfessionelle Thanksgiving Day gefeiert – als allgemeines Friedens- und Erntedankfest, welches von den Pilgervätern 1621 nach der Ernte in der Kolonie Plymouth im heutigen US-Staat Massachusetts erstmalig begangen wurde, sondern auch im Kreis Siegen-Wittgenstein, wo das beliebte Truthahn-Essen mit der DAGSiWi auch schon zu einer feinen, kleinen Tradition geworden ist. So feiern wir in festlichem Rahmen mit Vereinsmitgliedern, Freunden und interessierten Gästen am 28. November ab 18.30 Uhr im Hotel Pfeffermühle, Frankfurter Str. 261, Siegen, bei Truthahn mit Preiselbeeren, Süßkartoffeln und Mais in Käserahm oder Currysoße, gefolgt von Kürbiskuchen oder New York Cheese Cake zum Dessert.

Die Veranstaltung ist offen für Vereinsmitglieder und interessierte Gäste. Insbesondere Siegerländer und Wittgensteiner, die persönliche Kontakte in die USA haben, seien es Geschäftsbeziehungen, verwandtschaftliche oder freundschaftliche Verbindungen oder Erinnerungen an einen Studien- oder Schulaufenthalt, sind eingeladen, der stimmungsvollen Veranstaltung beizuwohnen. Aber auch wer einfach neugierig ist auf unsere Gesellschaft und diese in einem ansprechenden Rahmen einmal kennen lernen möchte, ist herzlich willkommen. Im Laufe des Abends soll auch über die Vereinshöhepunkte des Jahres, die Grillfeier in Niederdielfen mit amerikanischen Gästen mit Siegerländer Wurzeln, die feierliche Prämierung herausragender Jahresarbeiten mit transatlantischem Bezug im Stift Keppel und den Besuch der neuen US-Generalkonsulin in Siegen berichtet werden. Außerdem werden in einem Lichtbildervortrag die atemberaubenden Schönheiten des 446 km langen Grand Canyon (Arizona) vorgestellt.

Die Teilnahme an der Feier kostet 21,00 € (Nichtmitglieder 24,00 €). Hierin ist die Teilnahme an der Feier und das Truthahn-Essen vom Büfett mit allen Beilagen und Nachtisch enthalten (Getränke exklusive).
Da die Platzkapazitäten begrenzt sind, ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich. Hier gilt das Prinzip „First come, first served“ – schnell sein lohnt sich also, um dabei zu sein.

Hier gehts direkt zur Anmeldung.

DAG SiWi zeichnete hervorragende Facharbeiten aus

Mit drei Geldpreisen hat die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein (DAG SiWi) e. V. Schüler aus dem Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein für ihre hervorragenden Arbeiten zu einem transatlantischen Thema ausgezeichnet.

Bereits zum 13. Mal prämierte die DAG SiWi die über die betreuenden Fachlehrerinnen und Fachlehrer einzureichenden Facharbeiten. Die DAG SiWi verfolgt hiermit das Ziel, die transatlantischen Beziehungen bilateral zu pflegen und das Wissen über Amerika zu vertiefen. Traditionell findet die Preisverleihung vor den Sommerferien in einem würdigen Rahmen statt. Schauplatz der Prämierung war diesmal der Konventssaal des Gymnasiums Stift Keppel mit seinen schmucken Rokokostuckaturen und dem aus Schloss Wittgenstein stammenden Kristallkronleuchter.

Von DAG SiWi-Präsident Volker Schüttenhelm wurden im Beisein von Geschäftsführer Sven Arriens, Pressewart Eike Jungheim, Social-Media-Beirätin Annika Jebramcik und Rechnungsprüferin Maria Opterbeck ausgezeichnet:

Platz 1
Leticia Marie Bork, Gymnasium am Löhrtor (Siegen) für ihre Arbeit „Did the Dust Bowl of the 1930s contribute to the Great Depression?“

Platz 2
Jonathan Liddle, Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (Neunkirchen) für seine Arbeit „Does the Electoral College Need to Change? A Study of American Presidential Elections and the Controversy Surrounding Them“

Platz 3
Nino Althaus, Gymnasium am Löhrtor (Siegen) für seine Arbeit „Donald Trump and the Facebook/Cambridge Analytica Affair: To What Extent Did It Affect the Election?“

v.l.: Nino Althaus, Leticia Bork, Jonathan Liddle

Alle Preisträgerinnen und Preisträger stellten in bemerkenswert gutem Englisch ihre Arbeiten zusammenfassend kurz vor und erhielten außerdem zur Erinnerung eine Urkunde und jeweils einen Bildband über die Vereinigten Staaten.

Besuch aus Virginia

Eine Besuchergruppe der befreundeten Germanna Foundation (Virginia) stattete dieser Tage dem Siegerland einen Besuch ab, um auf den Spuren der Vorfahren zu wandeln.

Seit über 50 Jahren sind in der Memorial Foundation auch die heutigen Nachfahren der ersten Siegerländer Auswanderer von 1714 – 1750 organisiert. Die Gruppe der Memorial Foundation of the Germanna Colonies unter der Leitung von Barbara Price war aktuell zum 16. Male im Siegerland zu Gast. Der Heimatbund Siegerland-Wittgenstein hatte mit der hiesigen Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft (DAGSiWi) ein attraktives Programm ausgearbeitet.

Am Tag ihrer Ankunft wurden die Amerikaner von der US-Generalkonsulin des Konsulats Düsseldorf im Hotel Pfeffermühle charmant zu einer offenen Frage-und-Antwort-Runde begrüßt. Auch Landrat Andreas Müller ließ es sich nicht nehmen, im Namen der Kreisverwaltung und des Kreistags die Gäste herzlich willkommen zu heißen.

In den Siegerländer Dörfern Oberfischbach, Niederndorf, Eisern, Trupbach, Niederdieflen, Deuz, Fellinghausen und Müsen boten sich den geschichtsbewussten Amerikanern in den folgenden Tagen emotionale Momente, als sie vereinzelt die Wohnhäuser ihrer Vorfahren, soweit nach rund 3 Jahrhunderten noch vorhanden, sahen oder diese gar von innen besichtigen konnten.

Auch Trupbach, einstiger Heimatort der 1713 ausgewanderten Pfarrersfamilie Richter, auf die der amerikanische Name Rector zurückgeht, wurde besichtigt. Dass der US-Astronaut Buzz Aldrin, der zweite Mensch, der den Mond betrat, über die 1714 ausgewanderte Pfarrersfamilie Richter Verbindungen zum Stammbaum der Rectors hat, war nur Wenigen bekannt und sorgte angesichts des unmittelbar bevorstehenden 50. Jahrestags der Mondlandung für besonderes Interesse.

Ein besonders schönes Beispiel von Gastfreundschaft im ungezwungenen Rahmen erlebten die Gäste bei einem deutsch-amerikanischen Barbecue-Treffen in der mit „Stars and stripes“ geschmückten Blau-Weiß-Hütte des Heimatvereins Niederdielfen. Nach der Besichtigung der Dielfer Wassermühle aus dem frühen 18. Jahrhundert trafen die amerikanischen Gäste hier bei Bratwurst, Hamburger und strahlendem Sonnenschein mit deutschen Mitgliedern der DAGSiWi und neugierigen Spontanbesuchern zusammen. Zahlreiche Mitglieder der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein (DAGSiWi) hatten selbstgemachte Salate beigesteuert. Es herrschte allseits Einverständnis, dass diese Grillfeier den wunderbaren Schlusspunkt eines eindrucksvollen Siegerlandaufenthaltes markierte.

Generalkonsulin Evans im Siegerland

GK Evans (Mitte) mit Vorstandsmitgliedern der DAG und Besucher der Germanna Foundation

Eine Ehre besonderer Art wurde der DAG SiWi und den Besucherinnen und Besuchern der Germanna Foundation (Virginia) im Siegerland aktuell zuteil: Fiona Evana, US-Generalkonsulin vom Konsulat der Vereinigten Staaten in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf, hatte sich zu einem offiziellen Empfang im Siegener Hotel Pfeffermühle eingefunden. Begleitet wurde sie von der deutschen Konsulatsmitarbeiterin Jutta Tatzelt, die das Siegerland bereits von zahlreichen früheren offiziellen diplomatischen Besuchen kannte.

Für die Generalkonsulin, die ihr Amt letzten Jahr von dem in den Ruhestand verabschiedeten Generalkonsul Michael Keller übernommen hatte, war es der erste Besuch in der Krönchenstadt. Landrat Andreas Müller und DAG SiWi-Präsident Volker Schüttenhelm begrüßten die Diplomatin herzlich, ebenso wie Barbara Price von der Germanna Foundation, die die Nachfahren der 1713 aus dem Siegerland ausgewanderten Siegerländer Familien betreute, und erst wenige Stunden zuvor aus Washington, D. C., kommend in Deutschland gelandet war. Die Mitglieder der Germanna Foundation wurden im Siegerland außerdem begleitet von Kurt Mülln (Heimatbund SiegenWittgenstein) und Helmut Otto (DAG SiWi).

Frau Evans, die selbst deutsche Familienangehörige im Raum Paderborn hat, stand den Transatlantikern aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein sowie ihren amerikanischen Landsleuten Rede und Antwort. Sie selbst habe Deutschland in früheren Jahren bereits im Rahmen einer Tätigkeit für die US-Botschaft in Berlin kennen- und schätzen gelernt. Für die Dauer einer weiteren diplomatischen Verpflichtung in Kenia habe sie ihre Kinder bewusst eine deutsche Schule besuchen lassen. Ihr war es wichtig zu betonen, dass das Siegerland – wie es auch Landrat Andreas Müller in seiner Rede unterstrich – eine Region der Experten sei: vor rund 200 Jahren primär auf den Gebieten des Bergbaus und des Hüttenwesens und heute in der wichtigen Branche metallverarbeitender Unternehmen, die über zahlreiche Geschäftsbeziehungen in die USA verfügen. Nicht zu unterschätzen sei auch der Wissenstransfer, der durch den regelmäßigen bilateralen Studierendenaustausch und die international vernetzte Universität Siegen kontinuierlich mit Leben gefüllt werde. Ungeachtet tagespolitischer Stimmungen sei die deutsch-amerikanische Freundschaft beispiellos und essentiell im supranationalen Gefüge, nicht zuletzt durch die gemeinsame Mitgliedschaft in der NATO. Bei dieser Gelegenheit erinnerte sie an den unlängst begangenen 75. Jahrestag der Invasion der Alliierten in der Normandie 1944, der den Anfang vom Ende der NS Diktatur einläutete. Die Berliner Luftbrücke, die vor 70 Jahren endete, rief sie als manifest historisches Ereignis der unverbrüchlichen Freundschaft zwischen Deutschland und den USA ins Gedächtnis.

Landrat Müller, GK Evans, DAG Präsident Schüttenhelm (Foto: DAG SiWi)

Landrat Müller dankte der Diplomatin für ihre Visite und unterstrich auch aus seiner Sicht die Stärken des Kreises Siegen-Wittgenstein als geschichtsträchtigen Industriestandort. Die Bandbreite familiengeführter mittelständischer Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie suche ihresgleichen. Dass die Konsumgüterindustrie mit der Krombacher Brauerei auch im Siegerland prominent und erfolgreich vertreten ist, fand ebenfalls Erwähnung in seiner Rede, die DAGSiWiPräsident Volker Schüttenhelm, studierter Amerikanist, konsekutiv übersetzte. Müller zog eine Parallele zum wohl berühmtesten Sohn des Siegerlandes, dem flämischen Barockmaler Peter Paul Rubens, der 1577 in Siegen geboren wurde und während des Dreißigjährigen Krieges zwischen verschiedenen europäischen Herrscherzentren geschickt die Funktion eines Gesandten ausübte. Das Siegerland gab somit nicht nur als waldreichste Region Deutschlands für Wirtschaft und Forschung sondern auch als historisch verbriefter Nebenschauplatz der Diplomatie seine Visitenkarte bei den Gästen aus Amerika ab. Nach einem Verweis auf den 50. Jahrestag der Mondlandung, bei der der Astronaut Buzz Aldrin, dessen Vorfahren von der Familie Richter aus Trupbach abstammten, als zweiter Mensch den Erdtrabanten betrat, endete das Treffen mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken.

Deutsch-Amerikanische Sommerfest

Die Deutsch-Amerikanische Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein veranstaltet im Sommer 2019 anlässlich Besuches einer amerikanischen Delegation der in der Germanna Foundation (Virgina) organisierten Nachfahren Siegerländer Auswanderer erstmalig eine Barbecue-Party am Samstag, 22.06.2019, ab 16.00 Uhr auf dem Freizeitgelände „Blau-Weiß-Platz“ des Heimatvereins Niederdielfen (Ortseingang Niederdielfen, Grimbergstraße, aus Richtung Eremitage kommend beim Förderturm links).

Geplant ist, bei dieser Gelegenheit, auch die amerikanischen Nachfahren der 1713 in die
Kolonie Virginia ausgewanderten Siegerländer anlässlich ihres diesjährigen
Siegerlandbesuches zu treffen und mit ihnen gemeinsam typisch die unverzichtbaren Hot
Dogs und Burger zu genießen. Sollte das Wetter wider Erwarten nicht mitspielen, steht der ein volllständig überdachter Gastraum in der Blau-Weiß-Hütte zur Verfügung.

Der Termin in zeitlicher Nähe zum tatsächlichen amerikanischen Feiertag „Independence
Day“ (4th of July) ist dabei bewusst gewählt. Salate sollen die Speisenauswahl abrunden –
hier werden noch Beiträge von Mitgliedern und Freunden der DAGSiWi zum kalten Büfett dankbar entgegengenommen.

Eine formelle Anmeldung ist nicht erforderlich, aber zwecks besserer Planung willkommen. Wer dabei sein möchte, sendet einfach eine entsprechende Email mit Namen und Personenzahl an den Geschäftsführer der DAGSiWi, Herrn Sven Arriens, unter
secretary@dagsiwi.de. Am Veranstaltungstag können die verzehrten Speisen und
Getränke einfach mittels Wertmarken bezahlt werden. Die Preise sind hierbei bewusst
moderat gestaltet.

Auch Freunde des Vereins und Amerika-Interessierte, die die Vereinsarbeit gerne näher
kennenlernen möchten, sind herzlich willkommen.